Im Rahmen unseres Gedenkjahres „Opfern ein Gesicht geben“ widmete sich die Schulgemeinde in den letzten Monaten verschiedenartig und wiederholt Biographien von Menschen, die aufgrund ihres politischen Widerstands von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Aus der Auseinandersetzung mit diesen politisch Verfolgten ergab sich auch immerzu ein Diskurs darüber, welche Verantwortung wir für unser Miteinander tragen und wie wir dieser – schon im Kleinsten – gerecht werden können.


Auf außergewöhnliche Weise gedachten Schüler*innen der Theo-AG am 7. Mai 2021 der Widerstandskämpferin Sophie Scholl, die am 9. Mai ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte: Die Schüler*innen besuchten den Künstler Adnan „Eddy“ Kassim in seinem Hertner Atelier und kamen anhand der Gemäldekunst über Sophie Scholl, die Weiße Rose sowie weitere Widerstandskämpfer ins Gespräch über die Gegenwartsbedeutung von Widerstand, Erinnern und Gedenken. Eine Schülerin über die Atelier-Begegnung:
„Die Gedenk-Aktion bedeutet mir sehr viel, da Kunstwerke eine Sprache sprechen, die jeder Mensch verstehen kann, so können dank des Künstlers Adnan Kassim viel mehr Leute auf die Vergangenheit aufmerksam gemacht werden und entdecken, dass es auch eine andere Seite in der Vergangenheit gab, auf der die Menschen handelten.“

Foto Prof. KuschelEr gehört zu den Gründervätern eines demokratischen Deutschland nach 1945: Theodor Heuss. Durch seine Mitarbeit am Grundgesetz hat er mit dafür gesorgt, dass dieses Land auf drei Prinzipien neu gegründet wurde: Nie wieder Diktatur, nie wieder Krieg von deutschem Boden aus und nie wieder Rassismus und Antisemitismus. In zahlreichen Reden als Bundespräsident hat Heuss Gründe für die Verfallenheit des deutschen Volkes an die Nazi-Ideologie und für die beispiellosen Verbrechen am jüdischen Volk freigelegt und jenseits von Kollektivschuld und Kollektivverdrängung für die Kollektivverantwortung aller Deutschen geworben. „Feldzüge gegen das Vergessen“ sind sein Programm. Sie sind heute so wichtig wie seit den fünfziger Jahren nicht mehr, nachdem sich „die Fratze des Antisemitismus“ in Deutschland wieder erhoben hat, so der gegenwärtige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das Vermächtnis von Theodor Heuss gilt es weiter lebendig zu halten und Konsequenzen für eine widerständige Erinnerungskultur daraus zu ziehen.

Klein 1Begegnung mit Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen den Antisemitismus

Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen des Antisemitismus, war auf Einladung der Volkshochschule Recklinghausen zu Gast in Recklinghausen, um sich über die langjährige und nachhaltige Erinnerungs- und Gedenkkultur in unserer Stadt zu informieren. Nach einer Spurensuche an wichtigen Orten des Erinnerns und Gedenkens in der Innenstadt wie z. B. dem Denkmal für die ermordeten Jüdinnen und Juden in Recklinghausen nahm sich Dr. Klein Zeit für ein intensives Gespräch mit engagierten Ehrenamtlichen.

"An die deutschen Juden! In schicksalsernster Stunde ruft das Vaterland seine Söhne unter die Fahnen!", appellierte der "Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" an seine Mitglieder bei Kriegsbeginn. "Glaubensgenossen! Wir rufen Euch auf, über das Maß der Pflicht hinaus Eure Kräfte dem Vaterland zu widmen.", heißt es weiter. Tatsächlich kämpften rund 100.000 deutsche Juden im Ersten Weltkrieg, die meisten überzeugt und begeistert von der vorherrschenden Vorstellung, an einem Krieg für berechtigte Anliegen Deutschlands teilzunehmen. Rund 10.000 Juden fielen auf den Schlachtfeldern, auf denen auch Militärrabbiner tätig waren. Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung des Ersten Weltkrieges für die Juden in Deutschland und geht auch der Frage nach, inwieweit sich ein neuer Antisemitismus nach 1918 Bahn brechen konnte.

20210831 195703 HP Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ - Podiumsgespräch zu Rechtsentwicklung, Rechtsterrorismus und Rassismus heute am THG

In Kooperation mit der VHS Recklinghausen, dem Theater Gegendruck e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen e.V. fand eine vielbeachtete Podiumsdiskussion in der Mensa unserer Schule statt. Beteiligt waren Dr. Ronen Steinke, Journalist und Buchautor („Terror gegen Juden“), Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, Falk Schnabel, Polizeipräsident Münster, und Irmin Brocker, Ansprechpartnerin für Erinnerungs- und Gedenkkultur am THG, sowie Meike Wittrock (Jg. Q2) und Victoria Smolarz (Jg. Q1).

Wir - der 7er-MINT-Kurs von Herrn Schwarze - haben am 30. September eine Exkursion zum Ostbach, ein Nebenfluss der Emscher, in Herne gemacht. Zuvor haben wir den Emscher-Umbau im Unterricht thematisiert und darüber Referate gehalten. Vor Ort wurden wir zunächst von einem Mitarbeiter der Emscher Genossenschaft in die Möglichkeiten der Gewässeruntersuchung eingeführt. Anschließend sammelten und bestimmten wir die Lebewesen, die wir im Ostbach finden konnten. Je nachdem, welche Lebewesen man in einem Gewässer finden kann, kann man schließen, wie gesund ein Gewässer ist. So konnten wir am Ende ableiten, dass der Ostbach eine gute Wasserqualität hat. Nach den Untersuchungen fuhren wir stolz zur Schule zurück.

IMG 20210910 WA0015Seit 20 Jahren sind die Städte Bytom (Polen) und Recklinghausen partnerschaftlich sehr eng miteinander verbunden. Anlässlich des Jubiläums der Städtepartnerschaft besuchte eine Delegation aus Bytom unsere Schule. Wir stellten der Delegation unserer Schule und unser Engagement als Europaschule vor. In einem intensiven Gedankenaustausch wurde deutlich, dass eine europäische Städtepartnerschaft gerade auch für junge Menschen ganz wichtig ist, um den Frieden zu bewahren und rassistischen und antisemitischen Tendenzen zu begegnen. Wir hoffen den Gesprächsfaden mit unseren polnischen Gästen bei nächster Gelegenheit wieder aufnehmen zu können und unseren Schülerinnen und Schülern vielfältige Begegnungen mit den Menschen aus Bytom und unserer Schulgemeinschaft zu ermöglichen.

20210910 114806Am 10.09.2021 fanden sich die beiden Kurse Sozialwissenschaften der Jg. EF und der Jg. Q1 in der Mensa zusammen, um dem Vortrag zweier Zeitzeugen aus der ehemaligen DDR beizuwohnen. Zu Gast waren: Michael Schwerk (Köln), der nach dem Mauerbau in einer waghalsigen, lebensgefährlichen Flucht über die Maueranlage an der Berliner S-Bahn in den Westen geflüchtet ist, und Alexander Richter (Emsdetten), Schriftsteller und Redakteur, der bis 1961 als Kind aus Potsdam oft in West-Berlin gewesen und dann im Schatten der Mauer aufgewachsen ist.

Juniorwahl7Am 23.09.2021 fanden am THG die Juniorwahlen statt. Die Schüler von der 8. Klasse bis zur Q2 hatten dabei die Möglichkeit von der 1. bis zur 6. Stunde in der Pausenhalle ihre Stimme abzugeben. Die Wahlen wurden von den beiden Zusatzkursen in Sozialwissenschaften der Q2 durchgeführt und organisiert. Anschließend wurden die Stimmen in der Schule ausgewertet und die Ergebnisse am folgenden Tag eingesendet. Am 26.09. um 18:00 Uhr, also nach Schluss der Wahllokale der echten Bundestagswahl, wurden die Ergebnisse auf der Internetseite der Juniorwahlen  veröffentlicht. 

Die Juniorwahl wurde mittlerweile zum 4. Mal zu verschiedenen Anlässen, wie bspw. zur Europa- oder Landtagswahl, am THG durchgeführt. Zweck der Juniorwahlen ist es, Jugendlichen politische Prozesse näher zu bringen und sie gleichzeitig für Politik zu begeistern.